Stefan Schiek

Landesstipendium für Bildende Kunst 2019 für Stefan Schiek
Hybride zwischen Malerei und Objekt

@ Wolfgang Grau

24.06.1976
geboren in Ulm

1997 - 1999
Studium der Mediengestaltung/Freien Kunst Bauhaus-Universität Weimar

1999 - 2000
Studium der Audiovisuellen Kommunikation Universidad Pompeu Fabra Barcelona

2000 - 2002
Studium der Mediengestaltung/Freien Kunst Bauhaus-Universität Weimar Diplom als Mediengestalter an der Bauhaus-Universität Weimar 
 
seit 2002 
Arbeit als Freier Künstler

Jurybegründung

Stefan Schiek, geboren 1976 in Ulm, absolvierte von 1997 bis 2002 ein Studium der Mediengestaltung und Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Künstler in Weimar. Seine Arbeiten widmete er seit 2010 einem Katastrophenzyklus. Sowohl aktuelle Geschehnisse, als auch der Versuch des Menschen das Leben und all seine Wirrungen zu verstehen, stehen dabei im Vordergrund seines Interesses. Die Möglichkeit des Scheiterns und die beständige Gefahr Fehler zu begehen, stellen für ihn einen besonderen Reiz dar, insbesondere bei seinen figürlichen Werken, in denen die Handlungen seiner Protagonisten bisweilen schwer erklärbar scheinen, auch für sie selbst. Die Komposition für seine Gemälde entwickelt der Künstler anhand von Zeichnungen mit Wasserfarbe auf Papier. Sie sind der Ausgangspunkt für viele seiner Arbeiten und stellen auch den Anfang seines Arbeitsvorhabens dar.

Zu Beginn steht für ihn das Erlernen des Intagliotypie-Druckverfahrens, welches eine moderne und umweltfreundliche Form des Tiefdrucks darstellt. Seine in Grauabstufungen gehaltenen Zeichnungen dienen ihm dabei als Vorlagen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Tatsache, dass dadurch die Herstellung von Druckvorlagen ohne Einbezug umfangreicher Ausrüstung ermöglicht wird. Schieks bisherige Werke bestechen vor allem durch ihre intensive Farbigkeit, welche er durch die Verwendung von Lackfarben auf Aluminiumuntergründen hervorruft. Die bewusste Reduktion auf Farbflächen möchte er in seinem Arbeitsvorhaben nun aufbrechen und die in seinen Vorzeichnungen dargestellten Lichtverhältnisse und Schattierungen durch mehrschichtigen Auftrag transparenter Lackfarben in seine Gemälde übertragen. Zusätzlich plant der Künstler eine Ausweitung der in seinen Gemälden dargestellten Objekte in den Raum hinein. Durch Anschnitt der neu entstandenen Skulpturen soll die Wirkung erzielt werden, als treten sie nun aus dem Boden oder der Wand in den Raum hinein oder drohen darin zu versinken. Durch glanzlackierte Oberflächen wird eine Spiegelung des Raumes und des Betrachters hervorgerufen, wodurch diese in das Werk einbezogen werden. Schiek selbst nennt seine geplanten Arbeiten "Hybride zwischen Malerei und Objekt".

Die Jury konnte Stefan Schiek mit seinem ambitionierten Vorhaben überzeugen, seine Werkzyklen beständig weiterzuentwickeln sowie neue und innovative Zugänge hierzu zu finden. Der Aufbruch seiner makellos flächig erscheinenden Oberflächen durch das Hineinarbeiten von Schattierungen anhand eines mehrschichtigen Farbauftrags sei exemplarisch zu nennen. Das Öffnen seiner Arbeiten in den Raum hinein, unter Einbezug bisheriger Schaffensprozesse, zeigt die Kontinuität seiner künstlerischen Position, die er immer wieder neu hinterfragt und beständig vorantreibt. Im Zentrum steht demnach eine konsequente Weiterentwicklung seines bisherigen OEuvres.

Kevin Berz M.A.
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