Samira Gebhardt

Landesstipendium für Bildende Kunst 2022 für Samira Gebhardt
Künstlerische Transformation von ortsspezifischen Räumen

Fotocredit Porträt ©Larissa Barth

  • *29.05.1995
    aufgewachsen in München

  • 2015 – 2021
    Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar

  • 2018 – 2021
    Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

  • 2019
    Gaststudium an der Marmara-Universität Istanbul

  • 2021
    Diplom bei Prof. Björn Dahlem (Klasse für Skulptur, Installation und Objekt)

  • 2021
    Auszeichnung mit dem Lyonel Kunstpreis

Jurybegründung

Samira Gebhardt studierte von 2015 bis 2021 Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Schon während ihres Studiums konnte sie neben Expositionen in Weimar und München an mehreren internationalen Ausstellungen teilnehmen, die Sie nach Barcelona, Berlin, Rom oder Khulna in Bangladesh führten. Als Absolventin erhielt die Künstlerin im letzten Jahr den Lyonel Kunstpreis der Stadt Weimar, der junge Künstler*innen nach ihrem Abschluss unterstützt. Im November 2021 gastierte Gebhardt als Artist in Residence im E-Werk der Stadt Freiburg und legte dort den Grundstein für ihr großangelegtes Arbeitsvorhaben, welches das Thüringer Landesstipendium 2022 bestimmt.  

Gebhardt geht es um die Beobachtung von Gegenwart und die künstlerische Transformation von ortsspezifischen Räumen in abstrahierte Objekte, Plastiken oder Installationen. Konkret handelt es sich um Orte, an denen zeitliche Prozessabläufe sowie historische, politische und soziale Strukturen einer Stadt zusammenfließen. Diese Räume sind für Samira Gebhardt die kleinen oder großen Baustellen, die als semiöffentliche Bereiche eine Fülle an Beobachtungen zulassen. Ein solcher Erfahrungsort strotzt vor Komplexität. Offenbart er doch bei näherer Betrachtung den stetigen Wandel, den Umbau von Strukturen und Perspektiven, die Erfahrung von Zeit als flüchtigen Moment, die Präsenz von Kulturen, Sprachen und des sich stetig veränderten Blicks von außen.

Die Künstlerin begegnet den Räumen in ihrer Kunst mit einem radikalen Minimalismus, der sich durch monochrome Farben, Schichten, Strukturen, Fragmente und insbesondere durch neue autonome Raummodelle offenbart. Diesen legt sie oftmals eine rhythmische Komposition zugrunde, die keine bekannten Assoziationen einlöst. Und dennoch, mit einer außerordentlichen Ästhetik der Materialien und Anordnungen, überzeugt das Werk als solches. Es ist nicht gleich erkennbar, was diese haptischen Konstruktionen verraten sollen. Denn wie so oft, ist es erst die eigene körperliche Erfahrung zum Gegenstand, die uns eine Antwort bringt. Gebhardt geht der abstrakten Frage nach: "Wie speichere ich Räume? Was machen Räume mit mir? Durch das Konstruieren von Modellen in unterschiedlichen Medien und Maßstäben, nähere ich mich den Schichten und Zuständen dieser Räume, subjektiven Bilder und Erinnerungen an." Die Künstlerin legt den Raum in all seinen Dimensionen frei, verschiebt ihn, deckt Verborgenes auf und verhüllt Bekanntes.

Methode ihrer künstlerischen Praxis ist auch der kommunikative Austausch, den sie auf den Baustellen führen will. An diesen Orten treffen die Arbeiter*innen, Archäologen*innen, die Bauherren, die Zaungäste und die Sprache von Werbeschildern, gesprayte Texten, Bauplänen und Social Media zusammen. Der sich permanent verändernde architektonische Raum bleibt nicht mehr nur ein Konstrukt aus Stahl, Beton und Glas, sondern wird durch die Menschen privat, organisch und emotional aufgeladen. Grundlage dafür sind Gespräche vor und hinter dem Baustellenzaun, in Geschäften, mit Passanten und den Mietern. Objektivität und Subjektivität verschmelzen zu einer architektonischen Installation, das aus variierenden Werkstoffen, Medien und Maßstäben entsteht. "Die Entwicklung der künstlerischen Arbeit steht in direkter Verbindung mit verschiedenen Personenkreisen, die ich im Laufe des einjährigen Projektes kennenlerne. Es ist mir wichtig über den Kontext Kunst hinweg in Interaktion zu treten.", so Samira Gebhardt.

Ihr Ziel ist es, einen offenen Diskurs über Architektur und Partizipation zu schaffen. Dafür erhält Samira Gebhardt das Thüringer Landesstipendium für Bildende Kunst 2022.

Dr. Verena Titze-Winter

Leiterin der Kulturförderung der SV SparkassenVersicherung

Arbeiten

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